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Europameisterschaften Melanies EM-Tagebuch [11 und Schluss]
Europameisterschaften

13.11.2011

12. November - 11. Tag: Ende gut, alles (fast) gut - mein ganz persönlichr Rückblick auf die Tage von Porto Carras...

Mit meinem heutigen und (vorerst) letzten Bericht möchte ich die Europameisterschaft in Porto Carras noch einmal Revue passieren lassen und zusammenfassend meine Eindrücke von dem Turnier und den Rahmenbedingungen weitergeben.

Foto (Veranstalter): Jan Gustafsson streckt den Pokal in die Höhe
Zunächst muss erwähnt werden, dass diese Titelkämpfe, an denen 28 Frauen- und 38 Männer-Teams teilgenommen haben, meiner Meinung nach sehr gut organisiert war. Die Unterbringung war okay, und ich finde es immer sehr positiv, wenn alle Teilnehmer in dem gleichen Hotel übernachten. So hat man die Möglichkeit auch mit anderen Nationen etwas zu unternehmen, und das Feeling einer internationalen Meisterschaft ist in diesem Fall noch ausgeprägter. Außerdem bietet sich für Spieler wie mich die einmalige Gelegenheit, mit Topspielern ins Gespräch zu kommen, die man sonst nur aus den Berichten in Schachzeitungen kennt. Zum Beispiel habe ich gestern Wesselin Topalow im Fahrstuhl getroffen und mit ihm ein wenig Smalltalk gehalten. Und als Wassili Iwantschuk mehrere Partien gegen den Schweizer Oliver Kurmann blitzte, bildete sich eine kleine Menschenversammlung um das Brett herum.

Das Wichtigste bei einem Turnier ist jedoch für mich immer das Essen! Dieses ließ leider doch etwas zu wünschen übrig. Es gab zwar immer eine große Auswahl, das Repertoire war auf die Dauer dann aber doch begrenzt, und gegen Ende hatte ich eigentlich kaum noch Appetit auf die täglich dargebotenen Speisen. Das ist aber meine persönliche Meinung und ich denke, dass viele das anders gesehen haben werden.

Der Spielsaal war groß und einer Europameisterschaft angemessen. Einzig der "Kuschelfaktor" zwischen den Brettern einer Mannschaft war für mein Empfinden ein bisschen zu hoch. Die Siegerehrung wurde unnötig durch nicht enden wollende Volkstänze in die Länge gezogen (Topalows Kommentar dazu: "Die hätten lieber Stripperinnen einladen sollen."). Zudem hätte sich der Moderator seine Bemerkung zum guten Abschneiden der deutschen Mannschaft ("Vielleicht behandelt uns Frau Merkel jetzt etwas netter.") durchaus verkneifen können. Ansonsten aber war es ein sehr schönes Turnier, das vor allem der deutschen Männer-Mannschaft in sehr positiver Erinnerung bleiben wird.



Ja, zu der schachlichen Leistung dieses Quintetts muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Der unglaubliche Erfolg wird bestimmt noch lange in aller Munde sein und ich denke, dass das sensationelle Abschneiden mit dem Gewinn des überhaupt ersten Europameistertitels für das "Team Germany" dem deutschen Schach ganz bestimmt sehr gut tun wird. Das widerspiegelt ja bereits die Stimmung Zuhause. Wie ich hörte, haben viele Schachfreunde Tag für Tag mit beiden Mannschaften "mitgefiebert". Das zu wissen, ist nicht nur ein gutes Gefühl, sondern hat uns alle unheimlich motiviert, unser Bestes zu geben!

Natürlich verdienen auch die Einzelergebnisse eine Erwähnung. Fast alle Spieler haben eine Performance von über 2700 und auch Daniel liegt nur knapp darunter (2692). Jan und Arkadij haben zudem beide einen Brettpreis erkämpft. Tja, was soll ich noch groß sagen: klasse Leistung Männer, und an dieser Stelle noch einmal herzliche Glückwünsche von mir!

Aber auch bei der Frauen-Mannschaft lief es doch nun wirklich passabel. Mit Rang 8 haben wir immerhin eine Platzierung unter den Top 10 erreicht (das ist auch schon lange nicht mehr vorgekommen) und nur sehr knapp unser Ziel verfehlt.

Die Einzelergebnisse waren bei uns allerdings nicht ganz so homogen wie bei den Männern. Sarah hat sicherlich gute Partien gespielt und fast immer eine Gewinnstellung erreicht. Leider haperte es noch etwas bei der Vorteilsverwertung, was man ihr bei einem so anstrengenden und nervenaufreibenden Turnier aber durchaus nachsehen kann. Lena hatte ein leichtes Plus in der Elo-Performance, aber ganz sicher noch höhere Erwartungen, und Elisabeth hatte an Brett eins natürlich immer die schwerste Aufgabe von uns allen. Das muss hier wirklich noch einmal gesagt werden. Marta war wie erwartet von Anfang an eine verlässliche Stütze der Mannschaft. Bei ihr war ich mir eigentlich immer sicher, dass von ihr mindestens ein halber Punkt kommen würde. Die letzten beiden Runden liefen dann leider nicht optimal ... aber bis dahin war es eine wirklich starke Leistung, die ihr auch eine IM-Norm bescherte.


Sarah Hoolt, Elena Levushkina und Melanie Ohme in der letzten Runde

Mit meinem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich glaube, ich habe noch nie so eine hohe Elo-Performance (2521) in einem Turnier erreicht, und auch meine Partien waren ausnahmsweise mal recht vernünftig. Natürlich habe ich nicht fehlerfrei gespielt, aber es gab wenig Momente in denen mir die Partie entglitten ist (und das ist laut Raj im Frauenschach schon eine starke Leistung ).

Natürlich habe ich mich auch über meinen Brettpreis und die IM-Norm gefreut, aber bei so einem Turnier ist nicht nur für mich das Mannschaftsergebnis doch viel wichtiger, dafür setzt man sich voll ein.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu unserem Trainer Raj Tischbierek. Ich finde, er hat sich wirklich hervorragend geschlagen. Die Aufgaben eines Frauentrainers sind vielfältig und nicht gerade einfach. Neben der schachlichen Betreuung sind vor allem auch psychologische Fähigkeiten und "außerschachliche Kompetenzen" (wie Kiwis schneiden etc.) gefragt. Meiner Meinung nach hat Raj in allen drei Kategorien bewiesen, dass er als Trainer der Frauen-Nationalmannschaft durchaus geeignet ist, und deshalb hier ein großes Dankeschön von meiner Seite!

Vielleicht wäre es aber trotzdem ganz gut, wenn auch wir Frauen künftig einen Theorieguru wie Rustam zur Unterstützung bei der Vorbereitung bekommen könnten. Den Beweis, dass sich das auf jeden Fall sehr positiv auswirken kann, hat unser Männer-Team ja gerade erst gebracht, und vielleicht könnten wir dann ebenfalls einmal richtig vorne mitmischen... Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass auch im Frauenschach die Vorbereitung immer wichtiger geworden ist und das bei mir persönlich diesbezüglich durchaus noch Verbesserungsbedarf besteht.

Dass auch ein Supertrainer nicht innerhalb von zehn Tagen mein gesamtes Repertoire flicken kann, ist mir natürlich bewusst. Aber bis zum nächsten großen Wettkampf habe ich ja noch fast ein Jahr Zeit. Klar ist aber, dass ich in jedem Fall die Schacholympiade in Istanbul für Deutschland spielen will. Ich werde mich also gehörig anstrengen - versprochen!

In diesem Sinne verabschiede ich mich fürs Erste. Ich hoffe, dass Euch meine Berichterstattung einigermaßen gefallen hat und dass ich im Großen und Ganzen einen realistischen Eindruck von der Europameisterschaft 2011 vermitteln konnte.

Viele Grüße,
Melanie



P.S.: Bleibt uns zum guten Schluss nur übrig zu sagen: Danke, Melanie!

ZUR PERSON

Melanie Ohme wurde am 23. Juni 1990 in Leipzig geboren und studiert derzeit in Mannheim Psychologie. Mit zehn Jahren wurde sie in den Bundeskader aufgenommen. In der Nationalmannschaft kam die Internationale Frauenmeisterin - der Titel wurde ihr 2009 verliehen - bisher 66 Mal zum Einsatz. Seit der Saison 2011/12 ist die mehrfache deutsche Jugendmeisterin Mitglied beim Frauen-Bundesliga-Neuling Schachfreunde Friedberg, wo sie am ersten Brett gemeldet ist. In ihrer Freizeit spielt Melanie Geige, geht gern tanzen, liest und holt sich die nötige Kondition fürs Schach beim Joggen.

Mehr Infos zu unserer Tagebuch-Schreiberin auf Melanies Homepage www.melanie-ohme.de.

Tagebuch: 1. Teil | 2. Teil | 3. Teil| 4. Teil | 5. Teil | 6. Teil | 7. Teil | 8. Teil | 9. Teil | 10. Teill

Partien zum Nachspielen und Download finden Sie bei www.chessbase.de.

Fotos: euro2011.chessdom.com
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Veröffentlicht von Raymund Stolze



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