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Europameisterschaften Wer wird Europameister 2011?
Europameisterschaften

03.11.2011
In Griechenland ist im Moment gesehen viel los, heute haben in Porto Carras die Mannschafts-Europameisterschaften begonnen. 38 Länder, einschließlich Titelverteidiger Aserbaidschan, gehen bei den Herren an den Start. Doch wer ist Favorit? Früher, als der Eiserne Vorhang noch stand, gab es auf diese Frage nur eine Antwort: die Sowjetunion. Von 1957 bis 1989 fanden neun Mannschafts-Europameisterschaften statt, und neunmal gewann die Sowjetunion. Erst danach konnten sich andere Mannschaften in die Siegerliste eintragen. Von 1992 bis 2009 holte Russland drei Goldmedaillen, zwei erkämpften sich die Niederlande und je ein Titel ging an England, Armenien und Aserbaidschan.

Foto: Elisabeth Pähtz vor der heutigen 1. Runde
Auf dem Papier sind 2011 natürlich die Russen Favorit. Mit einem Elo-Schnitt von 2758 liegen sie auf Platz Eins der Setzliste. Aber Elo-Zahlen sind ja nicht Alles. Schach ist zwar kein klassischer Mannschaftssport, da jeder im Team seine eigene Partie spielt, aber trotzdem gibt es bei Mannschaftsturnieren so etwas Mysteriöses, Ungreifbares wie Teamgeist. Herrscht gute Stimmung, dann spielt eine Mannschaft oft besser als es die Elo-Zahlen vermuten lassen. Hieran mangelte es den russischen Mannschaften in der Vergangenheit oft – sie waren zerstritten, uneinig, Konkurrenten, eben kein Team.


Alexander Beljawski - Wassili Iwantschuk

Auf Platz Zwei der Setzliste rangiert die Ukraine mit einem Schnitt von 2729, aber diese Mannschaft weiß, wie man große Turniere gewinnt. Mit Wassili Iwantschuk, Ruslan Ponomarjow, Pawel Eljanow, Sachar Jefimenko und Alexander Moissjenko schickt die Ukraine genau das Team ins Rennen, das bei der Schacholympiade in Chanty Mansijsk 2010 Gold gewann.


Pawel Eljanow

Auch Titelverteidiger Aserbaidschan (Elo-Schnitt 2727), auf Rang 3 vor Armenien eingestuft, setzt auf Bewährtes und spielt fast in der gleichen Besetzung wie zwei Jahre zuvor, als man Europameister wurde – ausgetauscht wurde nur der Ersatzspieler.

Traditionell stark bei Mannschaftsturnieren spielen die Armenier (Elo-Schnitt 2716). Mit Levon Aronjan, Wladimir Akopjan und Gabriel Sargissian haben sie drei Spieler in ihren Reihen, die 2006 und 2008 bei der Olympiade zum Siegerteam gehörten.

Dennoch: Teamgeist ist zwar gut und schön, aber kann nicht alles kompensieren. So waren die Olympiamannschaften der Sowjetunion zwar legendär zerstritten, aber das hat sie nicht daran gehindert, eine Goldmedaille nach der anderen zu holen. Andererseits dominiert heute keine Mannschaft so deutlich, wie es die Sowjetunion früher tat. Und Mannschaften, die auf dem Papier Außenseiter sind, verhilft vielleicht ein Blick in die griechische Sportgeschichte zu neuer Zuversicht. So gewann Griechenland 2004 als Außenseiter und ohne wirklich herausragende Spieler mit geschickter Taktik und ein wenig Glück mit ihrem deutschen Trainer Otto Rehhagel die Fußball-Europameisterschaft. Es war das erste Mal seit 1980, dass sich die Griechen überhaupt für eine EM-Endrunde qualifizieren konnten, und so spricht man hier in Fußballkreisen gerne vom "Wunder von Lissabon".


V.r.n.l.: Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Jan Gustafsson

Was die deutsche Mannschaft (Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier, Jan Gustafsson, Rainer Buhmann), die mit einem Schnitt von 2666 auf Platz 10 gesetzt ist, vielleicht an das "Wunder von Bern 1954" erinnert. Heute zählt Deutschland bei jedem größerem Fußballwettbewerb zu den Favoriten, aber bei der WM 1954 galten sie im Finale in Bern gegen die Ungarn als krasser Außenseiter. Schließlich waren die Magyaren um den legendären Ferenc Puskas 32 Spiele in Folge unbesiegt geblieben und hatten die Deutschen in der Vorrunde mit 8:3 vom Platz gefegt. Aber am Ende gewann Deutschland nach einen 0:2-Rückstand 3:2 und wurde Weltmeister.

Eines spricht bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2012 im Schach allerdings eindeutig für Russland: der Swidler-Faktor. Im August gewann Peter Swidler das russische Superfinale und wurde zum sechsten Mal Landesmeister, im September triumphierte er im Weltcup und im Oktober führte er St. Petersburg zum Sieg im Europapokal der Vereinsmannschaften. Jeder Schachspieler weiß, wie wichtig die Initiative ist, aber auch die längste Serie geht irgendwann zu Ende. Ob Swidlers Lauf bei der Europameisterschaft 2011 anhält, wird man in den nächsten Tagen sehen. Genau wie hoffentlich jede Menge hochklassiges und spannendes Schach.

Johannes Fischer


Silvio Danailow eröffnet die EM am Brett von Peter Swidler

DER AUTOR

Johannes Fischer (Jahrgang 1963) lebt und arbeitet als freier Autor, Redakteur und Übersetzer in Nürnberg. Geboren wurde er in Hamburg, wo er als Jugendlicher im Schach Erfolge erzielte. 1978 gewann er die Deutsche C-Jugendmeisterschaft, 1981 und 1982 wurde er Hamburger Jugendmeister. Nach einem Studium der Literaturwissenschaft in Frankfurt arbeitete er in Frankfurt bei der Deutschen Bank, später dann in Leipzig bei einer Internetfirma, seit 2001 ist er Freiberufler. Von 2001 bis 2004 war er Co-Redakteur des kulturellen Schachmagazins KARL, zog sich nach der Geburt seines Sohnes jedoch von der redaktionellen Arbeit zurück und schreibt seitdem als freier Mitarbeiter regelmäßig Beiträge. Wenn die Zeit es erlaubt, liest er immer noch gerne und viel. In Nürnberg spielt er für den SC Schwarz-Weiß Nürnberg Süd in der Landesliga.

Kontakt: johannes_fischer@karlonline.org

Fotos: euro2011.chessdom.com
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Veröffentlicht von Raymund Stolze



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